Hunde vom Tierschutz

Hunde vom Tierschutz landen oft bei ihren neuen Besitzern mit einem gepackten Köfferchen voller Erfahrungen, Erlebnisse und Vorgeschichten.

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Immer mehr Hunde aus dem Ausland finden in Deutschland ein Zuhause, viele von ihnen waren vorher Straßenhunde, Kettenhunde, haben in Zwingern gelebt, hatten keinen oder nur schlechten Kontakt zu Menschen. Sie warten teilweise jahrelang in ausländischen Tierheimen und Auffangstationen, bis sie eine Chance bekommen und adoptiert werden.

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Hunde in Südeuropa haben meist eine Aufgabe zu erfüllen, sie beschützen Häuser und Höfe, helfen den Menschen bei der Jagdt oder hüten das Vieh. Wenn sie nicht mehr gebraucht werden oder ihre Jobs nicht gut erfüllen, werden sie getötet oder mit Schrotgewehren vom Hof geschossen, damit sie nie wieder kommen. Sie landen auf der Straße, manche werden eingefangen und in Tötungsstationen gebracht.

Straßenhunde sind Überlebenskünstler. Sie sind sehr selbstständig und einfallsreich. Sie haben eine gesunde Scheu vor Menschen und ein gutes Sozialverhalten mit anderen Hunden. Das sichert ihr Überleben. Sie paaren sich und immer mehr Hunde entstehen.

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Unzählige Tierschutzorganisation nehmen sich dieser Hunde an…1999 war meine Hündin Cane aus der Türkei noch ein „Exot“ auf der Hundewiese, mitlerweile gehören die bunten Streunerhunde zum täglichen Bild der deutschen Hundepopulation.

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Durch ihre enorme Anpassungsfähigkeit, sind Hunde aus dem Ausland nicht automatisch „Problemhunde“. Viele gewöhnen sich ganz ausgezeichnet an ihr neues Leben hier, andere haben Startschwierigkeiten, sind sehr ängstlich und traumatisiert. Manche leben sich nie ein und haben zeitlebens große Schwierigkeiten hier zurecht zu kommen und diesen Hunde tut man keinen Gefallen mit einer gutgemeinten Ausreise ins tierfreundliche Deutschland.

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Mir liegen Hunde vom Tierschutz sehr am Herzen, ich mag Hunde, die was erlebt haben und in ihren Augen ihre Geschichten erzählen. Ich werde immer einen armen Tropf an meiner Seite haben, dem ich behutsam die schönen Seiten des Lebens aufzeige und miterlebe, wie er wieder Glanz in die Augen kriegt und zu seiner Unbeschwertheit zurück findet. Einen Hund, von dessen Lebensweisheit ich lernen kann, der mir was beibringen kann und den ich für seine Fähigkeiten bewundere.
Ich liebe eigenständige Hunde, die Entscheidungen treffen können und frei sind in ihrem Tun. Den Rahmen dafür gebe ich vor, aber dieser Rahmen wird nie so eng gesteckt, dass ich einen dressierten Befehlsempfänger an meiner Seite habe, der mich für alles um Erlaubnis fragt. Ich mag Hunde, so wie sie sind..nicht so, wie wir Menschen sie nach unseren Vorstellungen gerne hätten und umerziehen. Ich möchte kein Alphatier sein, sondern ein Freund, dem man vertraut und mit dem man gerne zusammen ist.

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Für Hunde vom Tierschutz gilt: Man holt sie da ab, wo sie stehen.
Sie lassen sich nicht in altbewährte, traditionelle Hundeplatzerziehung pressen, Kommandos wie „Sitz, Platz, Fuß“ spielen keine Rolle..es kommt zu allererst darauf an, mit den Hunden eine Basis zu schaffen, Vertrauen aufzubauen, eine gemeinsame Sprache zu entdecken, mit der Kommunikation überhaupt möglich ist. Hund und Mensch müssen lernen einander zu „lesen“ und sich zu verstehen. Weniger ist mehr, es gilt den Hund verständnisvoll an die Hand zu nehmen und ihm unsere Welt zu erklären, ihn an alle neuen Reize zu gewöhnen, Regeln zu etablieren, zu erreichen, dass er uns als „Fremdenführer“ annimmt und sich vertrauensvoll von uns durch den Großstadtdschungel lotsen lässt.

Ist diese Ebene erreicht, kann man darauf aufbauen und den Hund/Mensch-Teams steht die ganze Welt offen.
Das Tempo gibt immer der Hund vor, Überforderung und Unterforderung sind schlecht, Ungeduld ebenso.

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Ich freue mich für jeden Hund, der es in eine bessere Zukunft geschafft hat und gratuliere jedem Menschen zu der Herausforderung „Tierschutzhund“.

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